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Humanismus ist eine seit dem 19. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung für verschiedene, teils gegensätzliche geistige Strömungen in diversen historischen Ausformungen, unter denen der Renaissance-Humanismus begriffsbildend herausragt. Gemeinsam ist ihnen eine optimistische Einschätzung der Fähigkeit der Menschheit, zu einer besseren Existenzform zu finden.
 
Es wird ein Gesellschafts- und insbesondere Bildungsideal entworfen, dessen Verwirklichung jedem Menschen die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen soll. Damit verbindet sich Kritik an bestehenden Verhältnissen, die aus humanistischer Sicht diesem Ziel entgegenstehen. Hinsichtlich der konkreten Inhalte bestehen zwischen den einzelnen Humanismuskonzepten große Unterschiede, die sich aus der Verschiedenheit der anthropologischen Grundannahmen ergeben. Insbesondere besteht ein Gegensatz zwischen den Modellen, die aus der Tradition des Renaissance-Humanismus hervorgegangen sind, und alternativen Entwürfen der Moderne, die sich in Opposition zum traditionellen Humanismus begreifen und mit ihm wenig gemeinsam haben, aber am Begriff Humanismus als Selbstbezeichnung festhalten.
 

 
Humanistische Psychologie

 
Die humanistischen Theorien in der Psychologie wurden maßgeblich von Abraham Maslow und Carl Rogers geprägt. Die Persönlichkeit entwickelt sich mit dem Ziel, sich selbst zu verwirklichen. Die eigenen Fähigkeiten und Talente sollen entwickelt werden, um das innere Potential zu realisieren. Das Streben nach Selbstverwirklichung ist zugleich der »Organisator all der unterschiedlichen Kräfte, deren Zusammenspiel ununterbrochen das erschafft, was eine Person ausmacht … Dieses angeborene Streben nach Selbsterfüllung und nach Realisierung des eigenen einzigartigen Potentials ist eine konstruktive leitende Kraft, die jede Person im Allgemeinen zu positiven Verhaltensweisen und zur Weiterentwicklung des Selbst bewegt.«
 

 
Humanistisches Engagement in der Bundesrepublik Deutschland


 
»Happy Human«, Symbol der International Humanist and Ethical Union
In der bereits seit Anfang der 1950er Jahre in den europäischen Einigungsprozess einbezogenen Bundesrepublik Deutschland, die nach dem verheerend gescheiterten Nationalsozialismus ebenfalls zu anderen politischen und weltanschaulichen Ufern aufbrach, ging die Wiederbelebung eines humanistischen Engagements unter neuen Vorzeichen von Bürgervereinigungen in Selbstorganisation aus.
 
Die 1961 gegründete überkonfessionelle Humanistische Union, die sich hauptsächlich für den Schutz und die Durchsetzung der Menschen- und Bürgerrechte einsetzt, strebt vor allem die Verwirklichung des Gebots zur Achtung der Menschenwürde und des Rechts auf freie Entfaltung der Persönlichkeit an. Zu den vorrangigen Betätigungsfeldern zählen die Aufarbeitung von Bürgerrechtsverletzungen und die Förderung politischer Partizipation
 
Mitglied in der Europäischen Humanistischen Föderation ist der Humanistische Verband Deutschlands, der 1993 als Zusammenschluss diverser älterer Freidenker- und humanistischer Vereinigungen gegründet wurde. Vorrangig wichtig ist den Mitgliedern der Einsatz für Menschenrechte, Frieden, Gleichberechtigung der Geschlechter und eine wissenschaftliche Welterklärung. Sie lehnen jeden Dogmatismus ab und favorisieren den Dialog auf der Grundlage rational nachvollziehbarer Begründungen. Zu den Leitprinzipien gehören Weltlichkeit, Selbstbestimmung, Solidarität und Toleranz. Hauptbetätigungsfelder sind laut Selbstauskunft praktische Lebenshilfe, Erziehung, Bildung und Kultur.
 
 

Humanismus in Gesellschaft und Politik

 
Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bildete sich unter Humanisten bzw. Späthumanisten die Vorstellung aus, Anteil zu haben an einer Republik der Gelehrten (französisch: République des Lettres). Man gehörte demnach gewissermaßen einem Stand der geistig Unabhängigen an, die eigene Traditionen ausbildeten. Dazu zählten die Pflege der lateinischen Sprache, die Briefkultur und eine bürgerliche Lebensform.[40] Verhaltenslehre und Moralerziehung nach den Vorgaben des Justus Lipsius zielten aber zudem darauf, den Menschen zur Lebenstauglichkeit durch eine akademische Bildung auszubilden, die einerseits den menschlichen Bildungsprozess des Individuums förderte, zudem aber Grundlagen für die spezifische Berufsbildung einschloss. »Bildung wird einerseits zur Privatangelegenheit, Bereich des Rückzugs in die schöne Welt der Klassizität einer gedachten Vollkommenheit, und andererseits zum kulturellen Anspruch der Öffentlichkeit, Grundlage der Bewährung im Dienste der Allgemeinheit.«
 
Spannungsreich und zugleich befruchtend stellte sich das Verhältnis des Humanismus und seiner Anhänger zum Aufkommen der neuzeitlichen Naturwissenschaften dar. Für die Rechtsentwicklung wurden durch den niederländischen Späthumanisten Hugo Grotius wichtige Impulse gesetzt. Im 20. Jahrhundert entstand als gesonderte psychologische Schule die Humanistische Psychologie. Formen eines politischen Humanismus wurden seit der Mitte des 20. Jahrhunderts auch im geteilten Deutschland entwickelt und gesellschaftlich organisiert.
 
Der als Heilmittel gegen den Verfall der Bildung in Deutschland besonders von Werner Jaeger nach dem Ersten Weltkrieg initiierte »dritte Humanismus« hatte die beabsichtigte Wirkung verfehlt, sodass eine breitenwirksame Wiederbelebung der griechischen Antike als Bildungskerngut an den realen Umständen und Herausforderungen der Zeit scheiterte. In Auseinandersetzung mit Jaeger, der einen politischen Humanismus zwar angestrebt, aber verfehlt habe, plädierte Bruno Snell für einen handlungsorientierten politischen Humanismus. Während der Jaegersche Ansatz weder Engagement noch Verpflichtung vorgesehen habe und so lediglich akademische Attitüde geblieben sei, ging es für Snell bei einem politischen Humanismus um bedeutsame Erfahrungen, die bei aller Verschiedenheit der geschichtlichen Voraussetzungen vielleicht Musterbilder ergäben, aus denen etwas zu lernen wäre.  Er verwies darauf, dass die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, mehr noch die Verfassung der Vereinigten Staaten auf antiken Grundlagen beruhten und führte dabei Aspekte der Präambel wie die Sorge für Gerechtigkeit, für inneren Frieden, gemeinsame Verteidigung, allgemeine Wohlfahrt und nachhaltige Freiheitssicherung an. Ihre Entstehung und erste politische Bedeutung verdankten diese Leitvorstellungen dem in Sparta wirkenden Tyrtaios und dem Athener Solon im 7. bzw. 6. Jahrhundert v. Chr.
 
Der Unterschied zwischen ästhetischem und politischem Humanismus liegt laut Snell darin, dass man bei ersterem die großen, vorbildhaften klassischen Werke habe, die sich allerdings der Theorie entzögen; für den politischen Humanismus verfüge man hingegen über die theoretischen Gedanken, die sich jedoch im Altertum ungenügend verwirklicht hätten. »Aber gleich ist in beiden Fällen, daß etwas von den Griechen Gewonnenes über sich hinaus weist, daß es ein immer wieder von neuem zu Gewinnendes ist.«


Quelle: Wikipedia  |   
https://de.wikipedia.org/wiki/Patent

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